ABS-Café II

ABS-Café II

Region:  Modellregion Waldviertel | Niederösterreich
Ort: 
Waldviertler Kernland
Themen:  Praktische Hilfe | Soziales Engagement
Drei schwangere Frauen unterhalten sich

Die 14 Gemeinden der Kleinregion Waldviertler Kernland haben sich zusammengeschlossen, um gemeinsam ein Projekt zur Gesundheitsförderung für schwangere Frauen zu initiieren, in das auch sozial benachteiligte Familien und ZuzüglerInnen der Region eingebunden werden sollen. Das Bestreben, für junge Frauen und Familien ein Netzwerk aufzubauen, das sie in ihrer neuen Lebenssituation unterstützt, wurde bereits mit dem Projekt „ABS-Café“ gestartet. In den laufenden ABS-Cafés stellte sich aber heraus, dass die Gruppen schwangere Frauen, sozial benachteiligte Personen und ZuzülgerInnen noch nicht erreicht worden sind.

Im ABS-Café II werden nun die vorhandenen Strukturen verstärkt genutzt und neue Aktionen angeboten. Für die schwangeren Frauen (inklusive Partner/innen) werden spezielle Themen aufbereitet, die in Form eines Themenzyklus angeboten werden, dessen einzelne Module sich drei- bis viermal im Jahr wiederholen. Dabei sollen einerseits auf niederschwellige Art gesundheitsfördernde Kompetenzen, praktisches Wissen und wertschätzende Kommunikation vermittelt werden, andererseits wird auch die Möglichkeit geboten, mit Gleichgesinnten in Kontakt zu treten und sich regelmäßig auszutauschen. Diese „Hallo Baby“-Treffen finden in mehreren Gemeinden statt und werden an die Bedürfnisse der TeilnehmerInnen angepasst (Ort, Zeit, Thema). Begleitet werden die Treffen von GesundheitsexpertInnen und Hebammen aus der Region, die sich mit ihren Angeboten auf die Zielgruppe spezialisiert haben.

Zusätzlich wird eine Art „Buddy“-System installiert, um auch bildungsferne, sozial benachteiligte Personen und ZuzüglerInnen in die Vernetzungsarbeit einzubinden. Durch den unverbindlichen Besuch einer "Vertrauensperson" (Buddy = Kumpel) soll die Familie zur Teilnahme an den Netzwerktreffen motiviert werden. Die direkte Ansprache von einer Person, die keine institutionelle Einrichtung vertritt, sondern auf gleicher Basis agiert (auch schwanger, Nachbarin, dieselbe Gemeinde, etc.) kann die Entscheidung zur Teilnahme an den Treffen erleichtern.

Der - zumindest gelegentliche - Besuch der Treffen stärkt die soziale Integration, wodurch die mentale Gesundheit von Frauen, Familien und sozial benachteiligten Personengruppen verbessert wird. In Zusammenarbeit mit ExpertInnen, Gemeinden und Institutionen sollen sich mit der Zeit starke, stabile Frauennetzwerke in der Region etablieren, die in Eigenverantwortung handeln und sich weiterentwickeln. Dies soll zu einer Verbesserung der regionalen Rahmenbedingungen beitragen und Frauen in ihrem Selbstwert, ihrem Gesundheitsverhalten und der ganzheitlichen Förderung ihrer Kinder unterstützen. Durch das so entstehende nachhaltige Beziehungsnetzwerk (Nachbarschaft, Gemeinschaft) erleben Familien, dass sie in ihrer speziellen Lebenssituation nicht alleine sind, dass zahlreiche Angebote in der Region zur Verfügung stehen, und dass sie selbst wesentlich zur Verbesserung ihrer körperlichen, mentalen und sozialen Gesundheit beitragen können.

Kontakt: Doris Maurer
Eine Initiative des Fonds Gesundes Österreich
Logos Ministerium für Frauen und Gesundheit, Gesundheit Österreich GmbH und Fonds Gesundes Österreich