Nachhaltiger ACHTSAMER 8. gegen Armut und Ausgrenzung. Solidaritäten im Grätzel nachhaltig stärken

Projektträger:in
Sorgenetz. Verein zur Förderung gesellschaftlicher Sorgekultur

Wichtige Kooperationspartner:innen
Bürger:innen der Wiener Josefstadt sowie Care-Organisationen (u. a. Caritas, Nachbarschaftszentrum/Hilfswerk, Format 60+/PensionistInnenklub KWP, PROMENZ, Tralalobe), Bildungs- und Kultureinrichtungen (u. a. Volkskundemuseum, Bezirksmuseum, diverse Schulen), Lokale Agenda 21 Josefstadt, wohnpartner, lokale Unternehmen sowie die Bezirksvorstehung und die Sozialkommission des Bezirks

Die Idee hinter dem Projekt

Seit 2019 ist im 8. Wiener Gemeindebezirk (Josefstadt) eine Caring Community etabliert worden – ein ACHTSAMER 8. Der ACHTSAME 8. fußt auf einem engmaschigen und von Vertrauen geprägten lokalen Sorgenetzwerk. Bürger:innen der Josefstadt sowie Care-Institutionen, Unternehmen, Bildungseinrichtungen, lokale politische Instanzen und viele andere gestalten ein Miteinander und eine Solidarität im Bezirk. Durch Nachbarschaftshilfe, Sorgegespräche, Generationenbegegnungen und zahlreiche andere Maßnahmen und Aktivitäten können Hochbetagte, Menschen mit Demenz und andere, die in ihrer Mobilität beeinträchtigt sind, mehr als zuvor am sozialen und kulturellen Leben teilnehmen und in ihrer Autonomie gestärkt werden.

Nun wird der ACHTSAME 8. nachhaltig. Das seit 2019 Aufgebaute soll gesichert werden. Vor allem aber geht es darum, jene Josefstädter:innen verstärkt in das lokale Sorgenetz zu integrieren, die aufgrund ihrer prekären ökonomischen Situation, ihrer Migrations- und Fluchtgeschichte oder anderer „Merkmale“ von der Majoritätsgesellschaft marginalisiert und von gesellschaftlicher Teilhabe ausgeschlossen werden. Eine Community ist erst dann eine Caring Community, wenn sich in ihr die Diversität, die es in dieser Community gibt, abbildet.

Logo, Nachhaltiger Achtsamer 8.

Die Ziele

  • Verdichtung des lokalen Josefstädter Sorgenetzwerks (Bürger:innen und Institutionen), in dem die soziale, kulturelle, religiöse, generationelle und geschlechtliche Diversität des 8. Bezirks repräsentiert sowie Beteiligung und Mitsprache gewährleistet sind,
  • Sichtbarmachung von dem, was an einer diversen Sorgekultur bereits da ist, denn eine Caring Community ist immer schon da, auch für jene und bei jenen Bevölkerungsgruppen, die wir mit dem „Nachhaltigen ACHTSAMEN 8.“ besonders ansprechen und erreichen wollen,
  • neue kultur- und diversitätssensible Wege der Unterstützung identifizieren und beschreiten für eine Caring Community in einer diversen Wiener Josefstadt,
  • Bewusstseinsarbeit und Sensibilisierung: zu neuen Bildern über Alter, Hochbetagte, Vulnerable und gesellschaftlich Stigmatisierte und Benachteiligte beitragen, mit denen sie nicht auf ein (defizitäres) „Merkmal“ reduziert und nicht nur als „Objekte von Hilfe und Versorgung“ gesehen, sondern in ihren Möglichkeiten, Potenzialen, Weisheiten und in ihrer biografischen Gesamtheit wahrgenommen werden,
  • Austausch und Lernen mit anderen Caring Community-Initiativen sowie Beispiele guter Praxis innerhalb und außerhalb des „Nachhaltigen ACHTSAMEN 8.“ identifizieren – im Sinne einer bio- psychosozialen Gesundheitsförderung für vulnerable, sozial isolierte sowie von Armut und Ausgrenzung betroffene und bedrohte Menschen.

Die Maßnahmen (Auswahl)

  • verstärkte Integration von Josefstädterinnen und Josefstädtern und Institutionen in das lokale Sorgenetzwerk, die als Multiplikatorinnen und Multiplikatoren bzw. Türöffner:innen, den Zugang zu Menschen in prekären, u. a. ökonomischen Situationen und mit Migrations- und/oder Fluchtgeschichte ermöglichen,
  • dreivierteljährlich: Bezirksforen als große Vernetzungsveranstaltungen von freiwillig engagierten Bürgerinnen und Bürgern und Care-Organisationen, Bildungs- und Kultureinrichtungen, Unternehmen, lokalen politischen Instanzen etc. in der Josefstadt, wo konkrete Sorgeideen entwickelt werden,
  • ca. dreimonatlich: Achtsames Achterl – der Stammtisch des Nachhaltigen ACHTSAMEN 8., bevorzugt an Orten im 8. Bezirk (z. B. in einem Gemeindebau), wo Menschen, die nicht der Mehrheitsbevölkerung der Josefstadt angehören, leichter erreicht werden können,
  • konkrete niederschwellige Formate, die Begegnungen, neue Beziehungsbrücken und gemeinsame Resonanzerfahrungen zwischen Menschen mit verschiedenem Alter, Geschlecht, ökonomischem Status und mit unterschiedlicher sozialer und geografischer Herkunft ermöglichen, u. a. Erzählcafés, Mehrgenerationenworkshops, Generationen-Zeitreise (u. a. mit Menschen mit Demenz),
  • „Schulungen“ bzw. Fortbildungsveranstaltungen (teilweise digital) u. a. über (Menschen mit) Demenz, Einsamkeit bzw. soziale Isolation, Diversität u. a. für Geschäftstreibende und andere Interessierte in der Wiener Josefstadt,
  • Tag der ACHTsamkeit am 11. Juni 2022 und voraussichtlich am 10. Juni 2023 an verschiedenen Orten in der Josefstadt, wo Institutionen ihre Unterstützungsangebote sichtbar, erfahrbar und sich selbst „anfassbar“ machen, womit auch sichtbar wird, wer hinter welchen Angeboten steht,
  • Initiierung und Etablierung eines Kernteams mit Akteurinnen und Akteuren aus der Josefstadt, innerhalb dessen zukünftige Koordinationsaufgaben und -verantwortlichkeiten aufgeteilt werden und eine Nachhaltigkeit über Projektende hinaus sichergestellt werden soll,
  • Mitinitiierung von digitalen Vernetzungsworkshops mit anderen Caring Community-Initiativen, u.a. innerhalb des D-A-CH-Netzwerks Caring Communites.

Kontakt

Daniela Martos und Gert Dressel / Foto: Kollektiv fischka / kramar, Volkskundemuseum Wien

Mag.a Daniela Martos
Verein Sorgenetz
E-Mail: 
martos@sorgenetz.at

Tel.: +43 676 972 5447

Dr. Gert Dressel
Verein Sorgenetz
E-Mail: 
gert.dressel@univie.ac.at