Wie integriert man ältere Menschen in die Gemeinde?

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Das Leben im Alter ist oftmals gezeichnet von Verlust und Einschränkung, was nicht selten in sozialer Isolation mündet – mit fatalen Folgen. Dass dem aber nicht zwangsläufig so sein muss und was man vor allem auf kommunaler Ebene gegen die Einsamkeit von älteren Menschen tun kann, erklärt der Planungsleitfaden „Förderung der sozialen Teilhabe im Alter in Gemeinden“ der Schweizer Gesundheitsförderung.

Schluss mit Einsamkeit im Alter und ihren Folgen

In unserer schnelllebigen Zeit, in der das zwischenmenschliche Miteinander nicht selten zu kurz kommt, ist es nicht verwunderlich, dass auch Einsamkeit im Alter ein brisantes Thema ist. Da es sich hierbei um mehr als nur die Folgen allgemein ersichtlicher Umstände handelt, unterscheidet die gerontologische Forschung zwischen objektiv feststellbarem Alleinsein und subjektiver, meist ungewollter Einsamkeit. Letzteres stellt ein ernsthaftes Gesundheitsrisiko für alte Menschen dar und kann neben psychischen Erkrankungen wie u.a. Depressionen und Demenz- bzw. Alzheimererkrankungen auch ein frühzeitiges Ableben zur Folge haben. Dass dies jedoch kein unausweichliches Schicksal des Alters sein muss, zeigt der von Hilde Schäffler im Auftrag der Schweizer Gesundheitsförderung verfasste Leitfaden mit konkreten Empfehlungen für eine Verbesserung der Problematik. Basierend auf der wissenschaftlichen Literatur zum Thema sowie den Erfahrungen aus zwei Pilotprojekten, geht der Leitfaden davon aus, dass selbst Senior/inn/en, die bereits soziale Kontakte verloren haben, durch entsprechende Unterstützung neue Beziehungen aufbauen und in weiterer Folge ein soziales Netzwerk pflegen können.
 

Foto: Jose Antonio Alba auf Pixabay

Angesprochene Zielgruppen und Absicht

  • Der Leitfaden dient als Unterstützung für den Entwurf, die Verwirklichung und Begleitung von Maßnahmen gegen Einsamkeit im Alter in Gemeinden und richtet sich sowohl an Programmverantwortliche, die kommunale Projekte initiieren und unterstützen, als auch an kommunale Akteurinnen und Akteure, die für die Planung und Umsetzung direkt verantwortlich sind.
  • Der dabei verwendete Begriff „soziale Teilhabe“ „bezieht sich auf die Integration älterer Menschen in sozialen Netzwerken von Familien und Freunden, in die Gemeinschaft, in denen sie leben und in die Gesellschaft als Ganzes“.
  • Durch gezielte Förderung von sozialer Teilhabe seitens der Kommunen kann der Einsamkeit im Alter vorgebeugt und mitunter die geistige und körperliche Gesundheit der älteren Bevölkerung gestärkt werden.
     


 

Reale Umsetzung

Der Planungsleitfaden zeigt, wie durch einen partizipativen Prozess, in dem die Zielgruppe der älteren Menschen einer Gemeinde mit den zentralen Akteuren und Akteurinnen sowie Anbietenden und Angestellten im Bereich Alter(sarbeit) kooperiert, gemeinsam Maßnahmen zur Verbesserung der Einsamkeit im Alter erarbeiten werden können. Ziel ist es, ein Netzwerk mit dem Hauptfokus „Förderung der sozialen Teilhabe“ zu schaffen und eine nachhaltige Verankerung der Thematik in der Gemeinde zu erwirken. In weiterer Folge soll die Führung des gesamten Prozesses der Kommune obliegen, wobei eine Beratung und Unterstützung durch externes Fachpersonal hilfreich sein kann. Weiters beschreibt der Planungsleitfaden exemplarisch mögliche Umsetzungsformen, wie etwa Schulungen für Multiplikator/inn/en, für Fachpersonen von aufsuchenden Diensten etc. und umreißt darüber hinaus ergänzende Themenfelder bzw. Ansatzpunkte für die Stärkung der sozialen Teilhabe der älteren Bevölkerung.
 

Fotos: Peter Tillessen Gesundheitsförderung Schweiz

Hilde Schäffler, Förderung der sozialen Teilhabe im Alter in Gemeinden. Planungsleitfaden (Public Health Services im Auftrag der Gesundheitsförderung Schweiz, 2019).

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