Vielfältige Altersbilder durch den Austausch zwischen den Generationen

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Früh übt sich, wer einen positiven Umgang mit dem Alter(n) pflegen möchte. Unter diesem Motto fassen D. Weltzien u. a. die Ergebnisse des Projekts „Begegnungen“ in ihrem Abschlussbericht „Gestützte Begegnungen zwischen Hochaltrigen und Vorschulkindern zur Verbesserung von Lebensqualität und sozialer Teilhabe“ zusammen und erörtern, welche Auswirkungen Treffen zwischen den Generationen auf Kinder haben.

Umgang mit dem Alter(n) erlernen

Bereits ab der frühesten Kindheit entwickeln Menschen ihre Einstellungen zu und Umgangsweisen mit dem Alter(n). Dies beruht üblicherweise auf Erfahrungen mit älteren Menschen aus dem eigenen Umfeld und gängigen gesellschaftlichen Altersstereotypen. Da Beziehungen zu (Ur-)Großeltern kaum Auswirkungen auf eine generelle Einstellung von Kindern zu alten Menschen haben und außerfamiliäre Kontakte zwischen den Generationen immer seltener werden, untersuchte das Projekt „Begegnungen“ der Evangelischen Hochschule Freiburg die Folgen eines regelmäßigen Austausches zwischen Kleinkindern und Hochbetagten.

Aufbau des Projekts „Begegnungen“

  • Im Zeitraum von 2011 bis 2014 fanden insgesamt 164 professionell begleitete und abwechslungsreich gestaltete Begegnungen zwischen Kindern aus Kindertagesstätten und Menschen in Altersinstitutionen statt.
  • Dialoggestützte Interviews und videogestützte Beobachtungen sollten Erkenntnisse über die Interaktionen und Verhaltensweisen zwischen den Generationen liefern. Beides wurde anschließend mithilfe einer eigens entwickelten interdisziplinären Methodik ausgewertet.
  • Die Daten wurden auf die Frage hin untersucht, welche Altersbilder, Vorstellungen und Annahmen über das Alter(n) sich bei den Kindern zeigten und ob bzw. wie sich diese Sichtweisen durch den Kontakt mit alten Menschen verändern. Ziel war es, einen verstehenden und erklärenden Zugang zu den Beziehungen von Kindern zu alten Menschen zu finden.

Aktives Vorgehen gegen Altersstereotype

Das Projekt konnte das Erfahrungswissen der Kinder im Hinblick auf das Alter(n) vertiefen. Die Kleinen erlernten nicht nur bestimmte Verhaltensweisen gegenüber älteren Menschen, generelle Rücksichtnahme und Verantwortung, sondern zeigten auch Veränderungen von anfänglicher Fremdheit und Distanz hin zu Offenheit und Zugewandtheit. Durch gemeinsame Routinen entstand zunehmend ein Gefühl von Zugehörigkeit, und besonders in Situationen, in denen die Kinder sich in die Lage der Senior/inn/en versetzen und ihnen helfen konnten, erweiterten sich ihre sozialen Kompetenzen. Obwohl die Kinder mit sehr unterschiedlichen Erfahrungshorizonten gestartet waren, unterschieden sich ihre anfänglichen Altersbilder oft nur wenig. Das Ergebnis der Untersuchung bestätigt daher, dass Altersbilder insgesamt eher stabil sind, oft selbstverständlich übernommen und mit der Zeit nur geringfügig verändert werden. Durch das Projekt aber lernten die Kinder die Vielfalt des Alter(n)s – inklusive spezifischer Einschränkungen und Fähigkeiten – kennen und erlebten auch die Freuden dieses Lebensabschnittes. Projekte wie dieses können demnach ein frühzeitiges Abrücken von stereotypen Vorstellungen ermöglichen.

Quelle:
D. Weltzien, M. Rönnau-Böse, T. Prinz, L. Vogl, Gestützte Begegnungen zwischen Hochaltrigen und Vorschulkindern zur Verbesserung von Lebensqualität und sozialer Teilhabe. Die kindheitspädagogische Perspektive. Wissenschaftlicher Abschlussbericht (Freiburg, 2014)

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