Soziale Beziehungen stärken unsere geistige und körperliche Gesundheit

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Gute zwischenmenschliche Beziehungen sind wichtig für unser persönliches Wohlbefinden. Dass sie aber auch ausschlaggebend für unsere geistige und körperliche Gesundheit sein können, belegt die Schweizer Gesundheitsberichterstattung „Soziale Beziehungen und Gesundheit im Kanton Zürich“.

In guter Gemeinschaft die Gesundheit stärken

Wir Menschen sind soziale Wesen, die von der Nähe und dem Beistand anderer in vielfacher Weise profitieren. Dass eine gute soziale Eingebundenheit bzw. ein Mangel daran aber auch gesundheitliche Auswirkungen haben kann, belegt ein Bericht von Oliver Hämmig. Basierend auf den Daten zweier Umfragen aus den Jahren 2012 und 2013 im Schweizer Kanton Zürich werden darin der Gesundheitszustand, das Gesundheitsverhalten und die Inanspruchnahme von Gesundheitsleistungen von sieben gesondert untersuchten Bevölkerungsgruppen beschrieben. Dadurch soll ein Zusammenhang zwischen gesundheitlichem Wohlbefinden und zwischenmenschlichen Beziehungen erkennbar werden.

Wesentliche Ergebnisse der Erhebung

  • Soziale Beziehungen in der Zürcher Bevölkerung sind sehr ungleich verteilt – es zeigen sich große Unterschiede zwischen den untersuchten Bevölkerungsgruppen.
  • Mit steigendem Bildungs-, Berufs- und Einkommensstatus nimmt die soziale Integration eher zu und Einsamkeitsgefühle ab. Im Altersverlauf verlieren soziale Beziehungen tendenziell an ihrer Anzahl, gewinnen jedoch an Qualität.
  • Einige der untersuchten Bevölkerungsgruppen haben sich als Risikogruppen mit erhöhtem Mangel an sozialen Beziehungen herausgestellt. Sie schätzen ihre Gesundheit selbst als mittelmäßig bis sehr schlecht ein.
  • Zu den gesundheitlichen Hochrisikogruppen zählen: allein lebende und/oder sozial wenig integrierte Menschen, sozial isolierte und sich wenig unterstützt fühlende Rentner/innen, wenig gebildete bzw. schlecht qualifizierte Arbeitskräfte, einkommensschwache Menschen, sozial isolierte und/oder sich häufig einsam fühlende Jugendliche und Frauen mittleren Alters.

Zusammenhang zwischen sozialen Beziehungen und Gesundheit

Die Ergebnisse belegen, dass Gesundheitsprobleme umso häufiger auftreten, je geringer das individuell empfundene Ausmaß an sozialer Unterstützung ist. So treten bei sich einsam fühlenden Zürcher/innen gesundheitliche Beschwerden aller Art bis zu 13-mal und psychische Beschwerden bis zu achtmal häufiger auf als bei sozial integrierten Menschen. Zürcher/innen, die über geringe soziale Unterstützung, Teilhabe und Eingebundenheit verfügen, neigen auch eher zu einem negativen Gesundheitsverhalten. Sie nehmen darüber hinaus verstärkt ärztliche Konsultationen und (psycho­-)therapeutische Behandlungen in Anspruch. Auch hinsichtlich der selbst eingeschätzten Lebensqualität schneiden sie besonders schlecht ab. Wenn Risikomerkmale in Kombination auftreten, scheinen sich auch gesundheitliche Nachteile zu verstärken. Rentner/innen mit gefühlt geringer sozialer Unterstützung beispielsweise schätzen die eigene Gesundheit doppelt so häufig als mittelmäßig oder schlecht ein als andere.

Quelle:
Oliver Hämmig, Soziale Beziehungen und Gesundheit im Kanton Zürich. In: Gesundheitsberichterstattung (Institut für Epidemiologie, Biostatistik und Prävention der Universität Zürich, 2016)

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