Qualitätvolles Alter(n) durch Eingebundenheit

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Sozialwissenschaftliche Studien zum Alter(n) gibt es viele, doch oftmals verliert sich dabei der Blick auf das Wesentliche, nämlich die Lebensqualität alter Menschen. Um wichtige Voraussetzungen dafür festzulegen, wurde für die Studie „Determinanten der Lebensqualität älterer Frauen: zum Stellenwert der wahrgenommenen Sicherheit und Eingebundenheit“ die Auswirkung von lebensräumlichen Aspekten auf das Alter(n) untersucht.

Gegen negative Altersbilder

Alte Menschen kosten viel, sind eine Last und umgeben von Leid – negative Altersklischees wie diese waren der Anlass für G. Lang u.a., sich in ihrer Studie mit der Frage nach den bestimmenden Faktoren für eine gute bzw. verbesserte Lebensqualität im Alter zu beschäftigen. Aufgrund ihres eingeschränkteren Handlungsraumes, wird die nähere Umgebung für alte Menschen immer wichtiger. Das Augenmerk der Studie liegt daher auf der Bedeutung von lebensräumlichen Einflüssen im direkten Umfeld. Hierbei geht es jedoch nicht nur um die Wohnverhältnisse, sondern auch um persönliche Gefühlslagen. Im Mittelpunkt steht die individuelle Wahrnehmung von Sicherheit und sozialer Eingebundenheit in eine Gemeinschaft am eigenen Wohnort.

Foto: pixabay

Grundlagen der Studie

  • Da Frauen die Mehrheit älterer Menschen ausmachen, fiel die Auswahl der Untersuchungsgruppe auf Frauen.
  • Als Ausgangslage diente eine österreichische Umfrage aus dem Jahr 2010.
  • Dabei wurden 593 zu Hause lebende Frauen ab 60 Jahren befragt.
  • Fragen zum Wohngebiet, Alter, der gesundheitlichen und wirtschaftlich-sozialen Lebenslage wurden ebenso gestellt wie zur persönlichen Wahrnehmung von Sicherheit am Wohnort (u.a. hinsichtlich Kriminalität) und zur Zugehörigkeit zur eigenen Nachbarschaft.

 

Soziale Eingebundenheit als Garant für Lebensqualität im Alter

Ein wichtiges Ergebnis der Studie ist, dass die subjektive Lebensqualität älterer Menschen durch sozialräumliche Aspekte erklärt werden kann. Das Gefühl von Sicherheit am und die Eingebundenheit in das eigene Wohnumfeld sind dabei maßgeblich. Während die Ortsgröße, schlechte Gesundheit und ein geringer Bildungsstand das Sicherheitsgefühl am Wohnort negativ beeinflussen können, kann man diesem Effekt durch aktive Teilhabe erfolgreich entgegenwirken. Ältere Menschen werden oft als passive Empfänger/innen von Sozialleistungen verkannt, sind aber mit den richtigen Voraussetzungen sehr wohl dazu in der Lage, ihre Lebensbedingungen selbst herzustellen und aktiv mitzugestalten. Die Studie belegt weiters, dass die Lebensqualität älterer Frauen durch eine gute Eingebundenheit in die Gemeinschaft steigt. Ein Teilnehmen am sozialen Leben in der Nachbarschaft, eigenes Engagement für oder die Freundschaft mit Menschen aus der Umgebung können demnach einen direkten positiven Einfluss auf die Lebensqualität älterer Menschen haben.

Hier können Sie den Artikel im Volltext lesen.

Quelle:
G. Lang, A. Bachinger, M. Welechovszky, Determinanten der Lebensqualität älterer Frauen: zum Stellenwert der wahrgenommenen Sicherheit und Eingebundenheit. In: SWS-Rundschau, 53 (2), 2013, 196-215.

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