Lebenslanges Lernen verbessert das Alter(n)

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„Wer aus Erfahrungen nicht lernt, hat nie erfahren, was Lernen ist“, wusste schon der deutsche Aphoristiker Gerhard Uhlenbruck. Auch die Studie „I Learn, Therefore I am: A Phenomenological Analysis of Meanings of Lifelong Learning for Vulnerable Older Adults“ geht davon aus, dass eine dauerhafte Lernerfahrung positive Auswirkungen auf die Lebensqualität von sozial benachteiligten alten Menschen haben kann.

Man lernt nie aus im Leben – getreu dieses Mottos untersuchten M. Narushima u. a. die Bedeutung von lebenslanger Lernerfahrung auf den Alltag von sozial weniger gut situierten älteren Menschen. Ziel war es, herauszufinden, welche Bedeutung dauerhaftes Lernen hat und wie die aktive Teilnahme an Lernprogrammen aller Art auch Senior/inn/en helfen kann, eine gute Lebensqualität und ihre Unabhängigkeit trotz täglicher Herausforderungen aufrechtzuerhalten.

Foto: Pexels auf Pixabay

Aufbau der Studie

  • Die Studie kategorisiert und beschreibt das Phänomen des Lernens wissenschaftlich interpretierend und untersucht damit verbundene positive Auswirkungen auf ein erfolgreiches Alter(n).
  • Als Teil einer größeren Studie wurden dafür Interviews mit acht Frauen und zwei Männern zwischen 70 und 90 Jahren durchgeführt und nach van Manens geleiteter existentialistischer Untersuchungsmethode ausgewertet.
  • Fünf lebensnotwendige Gebiete wurden als „gelebter Körper“, „gelebte Beziehungen“, „Lebensraum“, „Lebenszeit“ und „Lebensmaterialien“ zusammengefasst und die Auswirkungen des Lernens darauf untersucht.

Lebenslanges Lernen als „Selbsthilfe“

Hinsichtlich des „gelebten Körpers“ zeigte sich etwa, dass das Lernen für eine gewisse Sicherheit im Widerspruch zwischen Körper und Geist wichtig ist. Was die „gelebten Beziehungen“ betrifft, hat das Lernen ebenso positive Auswirkungen. Im „Lebensraum“ gelingt die Balance zwischen physischen und mentalen Räumen durch Lernen besser. Für die „Lebenszeit“ ist ein Zusammenhang zwischen Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft durch Lernerfahrung leichter möglich. Generell gilt, dass ein andauerndes Üben des Lernens therapeutisch und wie ein Selbsthilfe-Mechanismus wirken kann, um etwaige Veränderungen in den jeweiligen Lebenswelten besser auszugleichen. Die Ergebnisse bestätigen die Annahme und den stetig wachsenden Belege dafür, dass lebenslanges Lernen Vorteile birgt und eine entscheidende Rolle für die Lebensqualität und Gesundheit älterer bzw. alternder Menschen spielen kann.

Quelle:
M. Narushima, J. Liu, N. Diestelkamp, I Learn, Therefore I am: A Phenomenological Analysis of Meanings of Lifelong Learning for Vulnerable Older Adults (2018)

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