Dorffest „1111 Jahre Stiefern“

Dorffest „1111 Jahre Stiefern“

Region:  Niederösterreich
Ort: 
Stiefern
Themen:  Bildung und Lernen | Essen und Kochen | Feste und Geselligkeit
Projektgröße:  Kleine Projekte

Der Festplatz beim Kampbad Stiefern war am 15. August 2014 Schauplatz für das Dorffest „1111 Jahre Stiefern“, das der Dorferneuerungsverein Stiefern veranstaltet hat.

 

Ideell war das Fest verankert in der Dorferneuerungs-Aktion „Stolz auf unser Dorf – Auf gesunde Nachbarschaft!“. Geschichtlicher Anlass war die erste Erwähnung von Stiefern um 902/903: Damals schenkte ein slawischer Gebieter namens Joseph das (zu dieser Zeit slawisch besiedelte) Gebiet von Stiefern an das bayrische Bistum Freising, um für sein Seeleheil vorzusorgen.

 

Die geschichtliche Verzahnung von Slawen, Bajuwaren und Christentum wurde gewählt als Vorbild für Integration und gutnachbarliches Miteinander im ländlichen Raum. Das Fest war selbst ein Beispiel hierfür, und zwar durch das Zusammenwirken des Vereins CWRA, des Verschönerungsvereins und der Freiwilligen Feuerwehr Stiefern mit dem Dorferneuerungsverein. Aus demselben Grund wurden auch Ehrengäste aus Stiefern, die sich auf unterschiedliche Weise für Stiefern verdient gemacht haben, mit viel Applaus vor den Vorhang gebeten.

 

Gastronomisch wurde mit einfachen Mitteln versucht, Ernährungsweisen des Mittelalters nachzuvollziehen. Ein Eintopf (Ritschert) vertrat die Kost der einfachen Leute, in der Fleisch nur geringen, Gemüse und Brot aber großen Anteil hatten. Entsprechend einfach war es, hiervon eine vegetarische Variante anzubieten. Kraut mit (Brat- und Koch-) Würsten symbolisierte eine schlichte, aber seit der Römerzeit etablierte Festtagsspeise. Nur das Spanferkel-Gericht stand für typisch herrschaftliches Essen. Abgerundet wurde die Speisekarte durch „Nonnenfurze“ (weiß gefüllte „Wind“- Beutel aus bräunlichem Brandteig) und durch einen von Gerhard Stiegler hergestellten gewürzten Wein namens Hippocras.

 

Die Mittelalter-Events wurden von den Actores de Grueb in ihrer mittelalterlichen Adjustierung besonders eindrucksvoll gestaltet. Wie im Mittelalter nicht anders denkbar, stand am Beginn des Festprogramms ein Gottesdienst. Danach spielten die Actores zweimal die historische Zeremonie von 902/903. Weiters zeigten sie die einstige Ausbildung im Schwertkampf, und viele große und kleine Gäste machten von der Gelegenheit Gebrauch, Mittelalterwaffen einmal aus der Nähe zu sehen und selbst anzufassen. Ein Festbankett demonstrierte das feste Zeremoniell und die strenge Benimm-Etikette, die beim herrschaftlichen „Tafeln“ unerlässlich war.

 

In Summe hat Stiefern ohne Übertreibung „ein etwas anderes Dorffest“ veranstaltet. Mit vereinten Kräften und zur allgemeinen Freude wurde dabei das Mittelalter in die Stiefinger Jetztzeit geholt. Viele Gäste – darunter sehr viele auswärtige – konnten sich davon überzeugen.

 

Das Dorffest „1111 Jahre Stiefern“ wurde unaufgeregt geplant, mit größter Umsicht organisiert und von erfahrensten Küchen-, Schank- und Servicekräften auf die Beine gestellt. Für diese Leistung können wir „Stolz auf unser Dorf “ und stolz auf unsere Nachbarschaft sein!

 

Kontakt: DI Elisabeth Wachter
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