Was tun gegen Einsamkeit im Alter?

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In Würde und gesund zu altern ist ein Wunsch, den alle Menschen hegen. Dies ist jedoch nicht immer leicht, vor allem da „Altern“ im 21. Jahrhundert etwas anderes bedeutet als in den Jahrhunderten zuvor und der Faktor Einsamkeit oft eine tragende Rolle spielt. Was sich verändert hat und welche Voraussetzungen es braucht, um dennoch das Altern gut zu bewerkstelligen, zeigt die Arbeit „Soziale Isolation älterer Menschen. Ursachen, Folgen und technische Lösungsansätze“ des Forschungsinstituts des Roten Kreuzes.

Forschungslage zur Thematik

Alt werden in modernen Zeiten findet meist zwischen den Extremen statt: Selbstbestimmung und Vitalität auf der einen Seite, Abhängigkeit, Isolation und Fragilität auf der anderen. Risikofaktoren wie schlechte Gesundheit, unzureichende materielle Ressourcen, Kinderlosigkeit und alleine zu leben erhöhen die Gefahr der Einsamkeit im Alter, was wiederum fatale Folgen haben kann. Da die Mehrzahl an wissenschaftlichen Arbeiten zum Thema soziale Isolation und Einsamkeit älterer Menschen nicht aus Österreich stammen, versucht die vorliegende Arbeit von Kathrin Hofer und Verena Moser-Siegmeth einen Überblick über bereits vorhandene Literatur und vor allem Gründe für und Möglichkeiten zur Reduktion dieses Problembereiches zu liefern.
 

Foto: PublicDomainPictures auf Pixabay

Alt werden im 21. Jahrhundert – eine Bestandsaufnahme

  • Das Leben eines alten Menschen ist gezeichnet von Verlust: Neben einer oftmals schwindenden Gesundheit, fallen auch aufgrund von Todesfällen und dem eigenen Pensionseintritt bereits etablierte Kontakte weg. Zugleich schwindet das Gefühl, gebraucht zu werden ebenso wie das, eine sinnvollen Aufgabe im Leben zu haben
  • Ist ein alter Mensch pflegebedürftig, reduzieren sich seine sozialen Kontakte weiter, was wiederum depressive Verstimmungen herbeiführen kann. Dies kann darüber hinaus auch zur Folge haben, dass pflegende Familienmitglieder ebenfalls unter Depressionen leiden.
  • Ein gegenwärtiger demographischer Wandel bedingt, dass Mehrgenerationenhaushalte zunehmend die Ausnahme darstellen, die jüngere Generation mobiler wird und das Verhältnis zwischen den Genrationen sich dahingehend entwickelt, dass familiäres Hilfspotenzial nicht mehr selbstverständlich ist.
  • Altersfreundliche Umbauten an Haus und Wohnung sind oft schwer umsetzbar und führen zu einem zwangsweisen Umzug ins Seniorenheim.
     

Foto: Sabine van Erp auf Pixabay

Präventionsmaßnahmen gegen Einsamkeit im Alter

Wenn keine oder wenig familiäre Hilfe geboten ist, ist es die Aufgabe der Regierung, Alternativen dafür zu schaffen. Dasselbe gilt für die Subventionierung von altersgerechten Wohnung(srenovierung)en. Denn Fakt ist: Je länger alternde Menschen in ihrer eigenen Wohnung leben können, umso stärker ist ihr Zugehörigkeitsgefühl zur nachbarschaftlichen Gemeinschaft, was mitunter fehlende familiäre Kontakte kompensieren kann. Generell gilt, je größer das soziale Netzwerk ist, desto besser ist auch der Schutz vor psychischen Problemen für Gepflegte und Pflegende. Die Ausstattung von Wohnungen mit intelligenter Technologie, wie zum Beispiel Sensoren an Fenstern, Türen oder Herdplatten, ermöglicht es älteren Menschen, länger in vertrauter Umgebung zu bleiben und durch Bluetooth gesteuerte medizinische Geräte, die Blutdruck, Gewicht und Blutzucker messen, erleichtern die professionelle Pflege. Schwellenängste von älteren Menschen vor neuer Technologie können durch gute Aufklärung von Betreuer/inne/n und Familienmitgliedern abgebaut werden. Darüber hinaus ermöglichen Forschungsprogramme zum „Ambient Assisted Living“ die Entwicklung von Geräten, die räumliche oder bauliche Barrieren verschwinden und entfernt lebende Familien zumindest virtuell wieder näher zusammenrücken lassen. Da der demografische Wandel die Abhängigkeit von Heimen oder sozialen Dienstleistungen voraussagbar macht, müssen auch in ländlichen Gebieten unzureichend ausgebaute Netze sozialer Dienstleitungen vor allem im peripheren Raum wiederhergestellt werden, um Abhilfe für soziale Isolation zu schaffen.
 

Foto: Sabine van Erp auf Pixabay

Kathrin Hofer, Verena Moser-Siegmeth, Soziale Isolation älterer Menschen. Ursachen, Folgen und technische Lösungsansätze (im Rahmen des AMASL Projekts vom Forschungsinstitut des Roten Kreuzes erstellt, Wien, 2010).

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